Projektbericht

Zum 10jährigen Bestehen unseres Fördervereins finanzierte dieser unserer Schule eine Zirkuswoche.

Wir suchten und fanden im Cirkus ZappZarapp den pädagogischen Zirkus, der unseren Vorstellungen von einem projektorientierten Lernen, das alle an Schule beteiligten Personengruppen vernetzt einbezieht, bei dem jeder - gestützt auf andere - persönliche Leistungen erbringt und gemeinsame Erfolge erlebt werden, entsprach.

Es musste uns im Vorfeld gelingen, viele bürokratische Hürden zu überwinden. Wir benötigten Pläne der unter dem Dorfplatz verlaufenden Wasserleitungen, Kanalleitungen, Erdgasleitungen, Elektroversorgungsleitungen und Telekommunikationsleitungen von den Stadtwerken, der Gasversorgungsgesellschaft, des Energieversorgungsunternehmens und der Telekom. Wir benötigten die Zustimmung des Ordnungsamtes für die Sperrung des Platzes und Teilabtrennungen eines Straßenbereichs. Wir benötigten die Zusage für das Aufstellen der notwendigen Beschilderungen. Wir benötigten die Zustimmung der Anwohner des Dorfplatzes, deren Garageneinfahrten für eine Woche nicht zugänglich sein würden. Wir mussten im Vorfeld sicherstellen, dass das aufzubauende Zirkuszelt eine Woche lang rund um die Uhr von Elternteams unserer Schülerinnen und Schüler bewacht werden würde. Dank der Kooperation aller beteiligten Institutionen und Personen, die dem Projekt die Priorität einräumten und bereit waren, persönliche Beeinträchtigungen dafür in Kauf zu nehmen, konnten alle bürokratischen Hürden im Vorfeld überwunden werden.

1. Einige Wochen vor der eigentlichen Zirkuswoche:

Zunächst entwickelte ein Team des Circus' ZappZarap mit uns Lehrern, Lehrerinnen, Praktikantinnen und Eltern ein Circusprogramm. Dabei wurde der Leitsatz des Circus' ZappZarap: "Kannst du nicht - war gestern", für uns alle sehr spürbar. So hätte von uns niemand geglaubt, dass wir die anspruchsvollen Akrobatik- und Jonglagenummern lernen würden. Beim Feuerspucken, beim Seiltanz und beim Balancieren auf der Kugel überwanden wir unsere Ängste und waren erstaunt, wozu wir fähig waren. Bei allen Übungen erfuhren wir, wie wichtig es ist, sich auf andere verlassen zu können. Jede/r war Teil des Ganzen. Besonders schön dabei war, dass Eltern, LehrerInnen, PraktikanntInnen und Zirkuspädagogen zu einem Team zusammen wuchsen.

2. Die Woche vor dem Zirkus:

Unsere Schüler und Schülerinnen wurden von uns Lehrerinnen auf die Zirkuswoche vorbereitet. Sie schrieben ihre Wünsche aber auch ihre Ängste auf. Gespräche mit Eltern wurden geführt, die die ein oder andere Übung zunächst für ihre Kinder für zu gefährlich hielten.

3. Das Wochenende vor der Zirkuswoche:

Am Wochenende vor der Zirkuswoche wurde von unseren Schülereltern gemeinsam mit den Zirkuspädagogen das gigantische Zelt aufgebaut. Auch hier war wichtig, dass alle zusammenarbeiteten und sich aufeinander verlassen konnten.

4. Der 1. Tag im Zirkus (Vormittag):

Wir LehrerInnen, Eltern und PraktikanntInnen führten unseren Schülern und Schülerinnen vor, was wir gelernt hatten. Die meisten Übungen gelangen uns, einige missglückten. Die Kinder waren begeistert, ihre Lehrer/innen und Eltern einmal ganz andern zu erleben.
Im Anschluss durften die Kinder die verschiedenen Übungen selbst ausprobieren und sich entscheiden, in welcher Gruppe sie eine Woche lang ihr artistisches Talent unter Beweis stellen wollten.

5. Der 1-5. Tag:

Wir LehrerInnen, Eltern und PraktikanntInnen übten mit unseren Schülern und Schülerinnen die unterschiedlichen Zirkusnummern (Feuerspucken, Feuerschlucken, Feuerjonglage, Zauberei, Clownerei, Leiterakrobatik…) ein. Die Kinder machten die gleichen Erfahrungen wie schon zuvor wir Erwachsenen. Sie lernten sich gegenseitig und uns HelferInnen zu vetrauen, Ängste zu überwinden und dass es ganz schön viel Übung benötigt um bestimmte Tricks und Kunststücke zu beherrschen.
Außerdem mussten sie aktiv ihre Nummer gestallten. Welche Kunststücke führen wir auf?, In welcher Reihenfolge treten wir auf?, etc.
Neben dem Üben der eigentlichen Zirkusnummern, führten unsere Schüler und Schülerinnen ein Tagebuch, in denen sie ihre Erlebnisse verschriftlichen. Viele Kinder schrieben hier auch von ihren Ängsten und wie sie dieses überwanden.
Bei unserer Generalprobe einen Tag vor dem Auftritt waren Kinder der Kindergärten, Schülerinnen und Schüler einer Hauptschule und einer Sonderschule sowie Senioren unseres Dorfes unsere Gäste.

6. Der große Auftritt:

Das unvergesslichste Moment war sicherlich der Auftritt am Samstag. Unsere Schüler und Schülerinnen traten in einem richtigen Zirkuszelt als Hauptakteure auf und bekamen dafür den verdienten Applaus von ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern, LehrerInnen…
Viele Akteure, Akteurinnen, Zuschauer und Zuschauerinnen verabschiedeten sich von der Zirkuswoche mit zahlreichen Tränen.

Die Woche und das Erlebte werden sicherlich noch lange in unserer Erinnerung bleiben.
Das Selbstwertgefühl und das individuelle Zutrauen in Leistungsvermögen bei jedem einzelnen Kind sowie die Erfahrung einer großen Gemeinschaftsleistung durch gegenseitige Hilfe, Zuspruch und Wertschätzung werden sich nachhaltig auf das Leben und Lernen in der Rheinschule auswirken.


Unser herzlicher Dank gilt….

… dem Förderverein, der uns die Woche finanziert hat,
… den Eltern, die u.a. das Zelt auf- und abgebaut haben und im Zelt Nachtwache gehalten haben,
… den Eltern und PraktikanntInnen, die eigene Gruppen geleitet haben,
… den Kindern, die fleißig geübt haben um eine atemberaubende Vorstellung zu präsentieren,
… Frau Spitz, Frau Helbig, Herrn Breuer und Frau Schreier, die uns ihre Fotos zur Verfügung gestellt haben,
… allen Eltern, die Kuchen gebacken haben,
… allen Eltern, die Eintrittskarten, T-shirts, Zuckerwatte etc. verkauft haben,
… allen, die uns nach der Aufführung lobende Briefe geschrieben haben,
… allen, die wir in unserer Auflistung vergessen haben,
... unserem phantastischen Hausmeister Jakob Ansmann

und natürlich dem Team vom Circus ZapZarapp!

Die Lehrer und Lehrerinnen der Rheinschule!


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