Projektbeschreibung
 

Das neue Rheinschulgebäude wurde zu Beginn dieses Schuljahres in Betrieb genommen. Mit dem Neubau hat die Stadt Wesseling ein Gebäude gebaut, dass sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet und nach energetisches Gesichtspunkten gebaut wurde.

 

1. Technische Ausstattung der Schule:

Die Planung der Technischen Gebäudeausrüstung erfolgte nach energetischen Gesichtspunkten nach dem neuesten Stand der Technik. Die gesamten Haustechnischen Anlagen wurden vom Ingenieurbüro Frass & Partner in Köln geplant.

1.1 Heizung
Das komplette Gebäude wird durch eine Fußbodenheizung mit Niedertemperatur beheizt. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine elektrische Wärmepumpe, die die Wärme monovalent komplett aus dem Erdreich über 50 Sonden, 35 m tief aus dem Erdreich entnimmt.

Im Sommer wird die überschüssige Wärme aus den Klassen über einen Umkehrprozess an das Erdreich zurückgegeben und hier wieder mit Wärme beigefüllt für die Entnahme im nächsten Winter.

Der Nebeneffekt dieser energetischen Maßnahme ist eine Kühlung der Klassenräume durch die Fußbodenschlangen um ca. 2 bis 3 Grad.

Die kompl. Fußbodenheizung wird über Präsenz, d.h. über die Anwesenheit der Schüler gesteuert, wobei hier zusätzlich Energie eingespart wird.

1.2 Lüftung
Sämtliche Schulklassen sind mit einer Be- und Entlüftungsanlage mit reiner Außenluft und Wärmerückgewinnung versehen, da die Fenster fest verglast sind.

Die Steuerung der Anlagen erfolgt über eine Luftqualitätsmessung, d.h. die Messung des CO2-Gehaltes in der Raumluft.

Grundsätzlich wird über die Präsenz die Anlage freigeschaltet und nach Übersteigen des CO2-Gehaltes der Raumluft von 800 ppm die Lüftungsanlage jeweils 3-stufig hinzugeschaltet und die verbrauchte Luft entsprechend abgeführt.

Hierdurch entstehen auch keine Zugerscheinung durch das Öffnen von Fenstern im Winter bzw. das Einschleppen von Pollen etc.

Die Anlagen verfügen über eine hochwertige Wärmerückgewinnung, die die Wärme mit ca. 85 % wieder der Außenluft zuführt.

1.3 Beleuchtung
Die Einschaltung der energiesparenden Beleuchtung erfolgt über Präsenzmelder und tageslichtabhängige automatischer Lichtsteuerung.

Verwendet wurden abgependelte Langfeldleuchten mit hohem Beleuchtungswirkungsgrad und steuerbaren elektronischen Vorschaltgeräten. Über den Präsenzmelder werden die Leuchten ein- und ausgeschaltet und über einen Lichtsensor wird dafür Sorge getragen, dass flächendeckend in der Klasse eine Beleuchtungsstärke von 300 Lux zur Verfügung steht.

Gekoppelt hierbei ist ebenfalls eine automatische Jalousieanlage, die zwischen den Scheiben fährt, die zur Tageslichtsteuerung hinzugezogen wird.

Alleine durch die Präsenzmelder und die tagesichtabhängige Lichtsteuerung kommt es zu einer jährlichen CO2 Minderung von 20 t gegenüber einer herkömmlichen Beleuchtungsanlage.


1.4 Notlichtanlage
Bei Stromausfall erfolgt die Sicherheits- und Notbeleuchtung Außen und Innen über eine kompl. Notlichtbatterieanlage.

1.5 Regenwasserabführung
Das Regenwasser wird nicht in das Kanalnetz geführt, wobei hier erhebliche Abwassergebühren entstehen würden sondern wird über eine eigene Rigole im Erdreich versickert.

1.6 Interaktives Klassenzimmer
Sämtliche Schulklassen sind als interaktive Klassenzimmer vorgesehen, d.h. es gibt keine herkömmlichen Kreidetafeln mehr sondern statt dessen Acitv-White-Boards mit angeschlossenem Kurzdistanzbeamer.

Somit hat die Lehrerin die Möglichkeit über ihren Laptop bzw. über das Activ-Slate und die entsprechenden Schulprogramme auf die Activ-White-Boards zurückzugreifen. Die komplette Steuerung erfolgt über Zentralrechner, wobei die Schüler darüber hinaus mit einer entsprechenden Anzahl Laptops versorgt werden, die über W-LAN mit dem Schülernetz verbunden sind. Sämtliche Klassen verfügen über ein LAN-System, um auch externe Rechner in jeder Klasse anschließen zu können.

Das gesamte Netz ist aufgeteilt in ein Schüler- und ein Lehrernetz, wobei hier zwischen beiden Netzen keine Verbindung besteht.

Text von: Dipl. Ing. B. Frass, Ing. Büro Frass & Partner

 

2. Einbeziehung der Schule:

Als die Stadt Wesseling signalisierte, dass eine hohe Investition in den Umbau unseres alten Schulgebäudes nicht mehr lohne und statt dessen ein Neubau favorisiert werde, machte sich zunächst emotionale Enttäuschung und Trauer breit.

So hat doch das alte Schulgebäude, unmittelbar am Rheinufer gelegen, trotz vielerlei Beeinträchtigungen, die es immer zu kompensieren galt, einen hohen Identifikationswert für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie die gesamte Dorfgemeinschaft.

Daher stand sehr bald fest, dass bei einem Neubau an anderer Stelle der Name der Schule erhalten bleiben solle um die gewachsenen Beziehungen und Identifikationen mehrerer Generationen mit dieser Schule zu erhalten und mitzunehmen.

Ebenso schnell wurde deutlich, dass ein Neubau der Schule die einmalige Chance bietet, mit den Schülerinnen und Schülern und allen weiteren in die Schule eingebundenen Personen und Gremien an einem realen Projekt von besonderer Größenordnung und Tragweite intensive Lern-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse aktiv mittragen und durchlaufen zu können.

Der Schulneubau sollte nicht "über uns kommen", sondern wir wollten unser Wissen, unsere Interessen, unsere Erfahrungen, unseren Weitblick und die pädagogischen Leitbilder unseres Schulprogramms einbringen und damit Planungsprozesse, Entscheidungsprozesse und den Ausführungsprozess aktiv begleiten.

 

So wurden viele Gespräche im Sinne eines ersten ergebnisoffenen Gedankenaustauschs geführt zwischen Schulleitung und Verwaltung sowie Schulleitung und Vertretern der Politik.

Es wurden frühzeitig Schulpflegschaft und Schulkonferenz informiert und in den Meinungsbildungsprozess einbezogen. Es wurden den Mitgliedern sowie der gesamten Elternschaft der Schule Fachinformationen sowie Internetadressen zum Thema "Schulbau" und "Pädagogische Architektur" übermittelt, um sich eine Wissensbasis in der Sache verschaffen zu können.

In allen Klassen wurde das Thema "Schulneubau" zum Unterrichtsgegenstand, um den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten konstruktiven Beratens und Mitwirkens zu eröffnen. Alle Meinungen und Vorschläge der Kinder werden in einem gebundenen, vom Förderverein finanzierten Heft gesammelt und den Entscheidungsträgern in der Kommune übermittelt.

VertreterInnen der Elternschaft und des Kollegiums nahmen als Zuschauer an betreffenden Rats- und Ausschusssitzungen teil und brachten sich ein in eine öffentliche Fraktionsveranstaltung vor Ort.

Eine Delegation des Lehrerkollegiums trat in einen offenen Gedankenaustausch mit den Spitzen der Verwaltung.

Eine Delegation von Mitgliedern des Lehrerkollegiums und der Schulkonferenz besuchte beispielhafte Schulneubauten und führte dort Informationsgespräche.

Auf der Internetseite des Stadtteils wurde eine Diskussionsplattform zum Thema "Schulneubau" eingerichtet.

Damit vor allem die originären Bedürfnisse von Kindern und einer zukunftsweisenden Pädagogik deutlich fokussiert werden, führte der Förderverein der Schule eine Podiumsdiskussion mit FachvertreterInnen durch.
Eine Powerpoint - Präsentation zum Thema "pädagogische Architektur" eines ortsansässigen Architekten führte in die Thematik ein.
Das Publikum konnte sich aktiv in die Diskussion einbringen.

Auf der Homepage der Rheinschule wird das Projekt dargestellt und fortlaufend begleitet.

Für die Rheinschule

Bernd Esser
ehemaliger Rektor

 

Film zur Grundsteinlegung: Bei Youtube Rheinschule eingeben!

Film Einweihung: http://www.wesseling.de/stadtinfos/wesseling-tv/ (Dann unter Einweihung Rheinschule)

Es ist eine moderne Schule entstanden, die nicht nur auf dem modernsten technischen Stand ist sondern in der wir Lehrerinnen sowie Schüler und Schülerinnen gerne lehren und Lernen!

Es ist etwas ganz besonderes, dass wir miterleben durften, dass LehrerInnen, Betreuerinnen und Schüler und Schülerinnen in die Planung einer Schule eingebunden waren.

Catharina Schwarz, Rektorin

 

Wünsche

Wünsche

der LehrerInnen

Wünsche

der BetreuerInnen

 

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